BlogInterview mit Dr. D. C. Mihailkopf-des-monats

Interview mit Dr. D. C. Mihail

Lagooo Redaktion14. Oktober 2026

Du bist heute nicht nur Zahnarzt, sondern auch Unternehmer. Was begeistert dich noch immer an deinem Beruf – und was hat sich deiner Meinung nach in den letzten Jahren verändert?

Wenn ein Patient zufrieden aus der Praxis geht, begeistert mich das jedes Mal. Das ist für mich wie der Applaus für einen Schauspieler. Zufriedene Patienten sind zugleich die beste Mundpropaganda. Mir ist wichtig, dass am Ende kein «Aber» bleibt. Eine Behandlung soll nicht wehtun, und der Patient soll sich bei uns rundum wohlfühlen. Dazu gehört, dass wir transparent sind und alles verständlich kommunizieren. Der Patient steht im Mittelpunkt. Wenn das gesamte Paket stimmt, entsteht Vertrauen – und das ist für mich entscheidend.


Wie erlebst du deine Doppelrolle als Zahnarzt und Unternehmer? Und was ist dir bei der Führung deines Teams besonders wichtig?

Es ist heute eine grosse Herausforderung, junge Menschen zu finden, die sich diesem Beruf widmen möchten. Die Arbeit in einer Zahnarztpraxis verlangt Einsatz, Disziplin und vor allem volle Konzentration. Wir arbeiten mit Menschen und mit sehr teuren Geräten. Da müssen wir genau sein; Ablenkung hat hier keinen Platz.

Deshalb lernen wir junge Interessierte zunächst während eines einjährigen Praktikums kennen, bevor wir ihnen einen Ausbildungsplatz anbieten. Umso mehr schätze ich unser Team: Bei uns herrscht eine herzliche, familiäre Stimmung.


Die Zahnmedizin und Zahntechnologie entwickeln sich enorm schnell. Welche Entwicklungen verändern deinen Beruf am meisten – und wo siehst du deine Praxis in Zukunft?

Ja, das ist definitiv so. Die Digitalisierung ist auch in unserem Beruf auf dem Vormarsch. Viele Abläufe werden durch sie einfacher. Wir haben bereits 1998 mit digitalem Röntgen begonnen. Auch heute arbeiten wir weiterhin mit klassischen Methoden und nutzen gleichzeitig die digitalen Möglichkeiten. Mit der Zeit zu gehen, ist wichtig – gerade auch für das Wohlbefinden der Patienten. Künstliche Intelligenz wird ebenfalls eine Rolle spielen. Trotzdem glaube ich nicht, dass ein Computer oder ein System die Arbeit des Zahnarztes auf absehbare Zeit vollständig übernehmen kann. Bei uns geht es um Menschen. Der Zahnarzt und das Team bleiben für die Behandlung und die persönliche Betreuung entscheidend. In dieser Verbindung von Technik und menschlicher Nähe sehe ich die Zukunft unserer Praxis.


Was machst du, wenn du nicht in der Praxis stehst? Wobei findest du in deiner Freizeit Ausgleich?

Ich bin Skilehrer – das war ursprünglich auch der Grund, weshalb ich in die Schweiz gekommen bin. Ausserdem spiele ich Tennis und gehe zwei- bis dreimal pro Woche schwimmen. Am wichtigsten ist mir aber die Familie. Ich habe zwei Kinder, und die Zeit mit ihnen ist für mich pure Erholung. Das ist es, was im Leben wirklich zählt. Ein weiteres Hobby sind Oldtimer. Ich besitze selbst einen und entdecke immer wieder Modelle, die mich begeistern.


Wenn du fünf Jahre in die Zukunft blickst: Was ist dir für diese Zeit besonders wichtig? Was möchtest du noch erleben – und wie soll es mit deiner Praxis weitergehen?

Ein grosser Vorteil ist, dass ich sehr gerne arbeite. Ich bin nach wie vor interessiert, voller Energie und möchte mich weiterhin einbringen. Gleichzeitig möchte ich mir künftig mehr Zeit für meine Frau, meine Familie und meine Freizeit nehmen. Ganz mit dem Arbeiten aufzuhören, ist in den nächsten fünf Jahren aber kein Thema.

Mein Sohn studiert derzeit. Mein Wunsch ist, dass er zuerst Berufserfahrung sammelt und in zwei oder drei Jahren in die Praxis einsteigt. Später könnte er sie Schritt für Schritt übernehmen. Ich hätte die Praxis schon vor langer Zeit verkaufen können und bekomme immer wieder Angebote. Das möchte ich nicht: Mir ist wichtig, dass sie in der Familie bleibt und ich diesen Weg weiterhin begleiten kann.